Lieferhinweise nach Erhalt der Pflanzen

1. Die ersten Schritte nach dem Auspacken der Pflanzen

Ihre Pflanzen sind bei Ihnen angekommen und bereits ausgepackt. Schauen Sie nach ob alles unversehrt ist. Sollte doch einmal der ein oder andere kleinere Ast zu Bruch gegangen sein, schneiden Sie die Stelle mit einer guten Gartenschere nach. Ist der Schaden größer nehmen Sie Kontakt zu uns auf, am besten gleich mit mehreren Bildern.
Ist mit den Pflanzen äußerlich alles in Ordnung, schauen Sie ob die Pflanzen Wasser benötigen. Wir versuchen unsere Stauden und Gehölze weder zu trocken noch zu nass zu versenden, aber nach der Reise und sommerlichen Temperaturen kann es gut sein, dass die Pflanze Wasser benötigt. Ist die Sendung länger als gewohnt unterwegs gewesen, nicht verzagen. Auch in voller Sonne nehmen die Kartons nicht die ganze Sonnenenergie auf, Extremtemperaturen im Innern sind also nicht zu erwarten. Auch nach mehreren Tagen im Karton oder auf der Palette muss eine Pflanze nicht zwingend Schaden genommen haben. In der Regel ist Zeit zum erholen und Wasser das wichtigste, das sie unmittelbar brauchen.
Nach dem ersten Kennenlernen mit Ihrem neuen Schützling ist es wichtig zu beachten, dass sich auch Pflanzen am neuen Standort erst wieder neu zurecht finden müssen. Bei uns standen sie mit vielen anderen Pflanzen in der Baumschule und wurden möglichst optimal gehegt und gepflegt. Schon der fehlende Beetnachbar kann einen großen Unterschied machen. Die Pflanzen sollten behutsam an den neuen Standort gewöhnt werden. Zwar ist das im Normalfall unproblematisch, aber beispielsweise bei sommerlichen Extremtemperaturen muss man da aufpassen. Vielleicht hat gerade dieser Nachbar, von dem ich sprach, Ihre Pflanze schattiert und stand an genau solchen Tagen schützend vor ihm. Das ist dann für die Pflanze in etwa so, wie der erste Urlaubstag am Strand mit blasser Haut und 35°C im Schatten. Sie wissen was ich meine!
Doch nicht nur Sonne ist ein Faktor an den die Pflanze gewöhnt werden muss, auch Kälte. Ist die Pflanze schon weiter als andere in Ihrem Garten oder kommt noch einmal ein später Frost Anfang oder gar Mitte Mai empfiehlt sich unbedingt ein Schutz vor Spätfrost. Schon ein einfaches Bettlaken kann den Unterschied, zwischen unbeschadet und erfrorenen Spitzen, ausmachen.

Bei der Pflanzung ist zu beachten, dass für den Neuankömmling alles gut vorbereitet ist. Das Pflanzloch sollte großzügig ausgehoben sind. Das ist nicht um Sie zu ärgern, sondern der Pflanze einen, im wahrsten Sinne des Wortes, lockeren Start zu ermöglichen. Die Erde sollte aufgelockert sein und eventuell mit Pflanzerde, an die Bedürfnisse angepasst, vorbereitet sein. Die Pflanzen stehen bei uns möglichst optimal, der neue Standort ist es nach Möglichkeit auch. Alles was man an Zeit und Geld in die richtige Vorbereitung steckt, spart man später an Pflege und bekommt es an zusätzlicher Schönheit von Seiten der Pflanze gedankt.
Ein neuer Standort ist nicht nur für die oberirdischen Teile der Pflanze ein Umgewöhnen und Anpassen, auch für die Wurzeln ist es „Arbeit“. Die Wurzeln die zur Verfügung stehen sind alle im Ballen gebündelt, nun liegt es an Ihnen dies auch in Ihren Garten zu locken. Gemeint ist der Übergang vom Wurzelballen in den Gartenboden. Das Auflockern und die richtige Erdmischung helfen es den Wurzeln sich auch außerhalb der gewohnten Umgebung umzuschauen und Fuß zu fassen. Auch Feuchtigkeit spielt eine Rolle. Während der ersten Wochen und Monate vielleicht lieber einmal mehr und direkt am Wurzelballen nachschauen, wie es um die Feuchtigkeit der Pflanze steht. Denn auch wenn der Gartenboden feucht ist, heißt das noch nicht zwingend, dass auch der Topfballen noch gut feucht ist. Und gerade an Extremtagen lieber einmal mehr schauen wie es dem neuen Mitbewohner geht.
Auch eine Startdüngung kann der Pflanze helfen sich besser und schneller in der neuen Umgebung zu entwickeln. Doch sollte die Düngung maßvoll und angepasst sein und natürlich sollte geschaut werden ob nicht vielleicht von uns schon Dünger auf den Ballen aufgebracht worden ist. Mit organischen Düngern kann man wenig falsch machen. Dennoch muss der Dünger eingearbeitet werden. Am besten beim Einsetzen kurz vor den letzten Schippen Erde noch z.B. Hornspäne mit einstreuen. Auch mineralisch kann gedüngt werden, aber besonders hier in Maßen nicht in Massen. Die wichtigsten Dünger & Bodenhilfsstoffe haben wir auch in unserem Shop.

2. Unsere Verpackungen und Füllmaterialien

Das Verpacken von Pflanzen ist zugegeben nicht ganz einfach. Wir haben auch in dem Bereich schon viele Jahre Erfahrung und haben immer wieder unsere Verpackungen überdacht und Methoden verbessert. Wir haben uns verschrieben nicht nur kleine, einfach zu verpackende Pflanzen zu versenden, sondern geben unser Bestes auch größere Exemplare sicher zu Ihnen zu liefern, liefern zu lassen und angemessen zu verpacken. Aber machen wir uns nichts vor, Verpackung kostet auch Geld und es sind verschiedenste Ressourcen die dabei Verwendung finden. Wir versuchen dabei eine ressourcenschonende Verpackung zu gewährleisten . Dabei kommen verschiedene Materialien zum Einsatz, die je nach Art, Menge und Größe der Pflanze(n) variieren:

- Kartons: Wir haben unsere Kartons für uns optimiert und versucht mit möglichst wenig verschiedenen Größen möglichst viele unterschiedliche Pflanzen einpacken zu können. So soll jede Sendung einen möglichst passenden Karton bekommen. Wir haben hierfür neue Kartons fertigen lassen, verwenden aber auch wo es geht, gebrauchte Kartons. Das ist nicht umsonst, denn es braucht länger den richtigen, passenden Karton zu finden. Dies spart in erster Linie Pappe und eventuell auch Füllmaterial.

- Stroh: Ist ein tolles Material zum Füllen der Kartons. Wir bekommen es sozusagen vom Bauern um die Ecke. Es nimmt überschüssige Feuchtigkeit auf und bettet die Pflanze im Karton ein.

- Papierschnipsel: Besonders empfindliche Pflanzen versenden wir eingebettet in Papierschnipsel. Diese sind im Gegensatz zu Stroh nicht scharfkantig und durchstechen dadurch nicht die filigranen Blätter. Besonders junges Laub oder Funkien wissen wovon ich rede. Wir schreddern diese aus unserem Altpapier und bekommen auch etwas Unterstützung von einer Behinderteneinrichtung. Im Gegensatz zu Stroh sind diese Papierschnipsel wahrlich nicht günstig, aber sichern das Wohl der Pflanze wie kein anderes Material.

- Pappe: Wie einige unserer gebrauchten Kartons, sammeln wir auch Pappe bei einigen örtlichen Firmen ein. Die Pappe bearbeiten wir mit unserem Kartonperforator und geben ihr als Füllmaterial ein weites Leben im Wertstoffkreislauf.

- Styropor: Zugegeben auf den ersten Blick kein schönes Thema und nicht unbedingt positive Eindrücke die man damit verbindet. Wir nutzen es in erster Linie um damit die Container fest in den Kartons einzuklemmen, denn Stroh ist da zu flexibel. Das Styropor übrigens ist von einem ortsansässigen Elektronikgeschäft und wäre sonst auch direkt im Recycling gelandet.

- Paletten: Unsere Paletten sind nicht immer die neuesten, aber erfüllen noch Ihren Zweck – die Pflanzen sicher zu Ihnen zu befördern. Sie kommen von unserer Spedition und Unternehmen vor Ort und wären sonst wohl über den Entsorger in der Müllverbrennung gelandet. Ab und an müssen wir mit der Motorsäge die Maße anpassen, aber alles in allem sind es gute Paletten aus zweiter Hand. Vielleicht finden ja auch Sie noch einen weiteren Nutzen und können die Palette oder das Holz weiter verwerten.

- Töpfe, Container & Plastik: Wir versuchen stets die Menge an Plastik auf ein Minimum zu reduzieren. Das spart Kosten und der Umwelt wichtige Ressourcen. Die Tüten um die Töpfe halten den Karton trocken und sorgen dafür, dass die Erde in den Töpfen bleibt. Die Töpfe und Container selbst dienen nicht nur der Anzucht der Pflanzen, sondern im Karton auch zur Sicherung selbiger. Die Töpfe und Container halten mit der Plastiktüte die Pflanze an Ort und Stelle. Geht das Plastik zu Bruch, ist das unproblematisch, wenn dadurch der Inhalt unbeschadet geblieben ist. Für alle verwendeten Verpackungen entrichten wir gemäß Verpackungsgsetz (VerpackG) eine Gebühr über die Landbell AG und auch an den Grünen Punkt. Also auch wenn dieser nicht auf den Verpackungen gedruckt ist, dürfen Plastik, auch Töpfe und Container im Gelben Sack entsorgt werden.

3. Ihre Pflanzen sollten noch geschnitten werden

Das ganze Jahr über kümmern wir uns um die Pflanzen im Betrieb, hegen und pflegen sie. Der Schnitt ist dabei besonders wichtig, um die Pflanzen zu ziehen und zu erziehen und prägt die Erscheinung der Pflanze maßgebend. Wir legen Wert auf einen angepassten und verhältnismäßigen Schnitt. Er soll die Pflanzen formen und im gleichmäßigen Wachstum unterstützen, aber nicht verformen und in eine allzu unnatürliche Form bringen. Eine aufrecht wachsende Sorte dicht und gleichmäßig in die Höhe zu ziehen ist normal. Diese Sorte aber immer in der Höhe zu stutzen und ein breites Kissen zu formen ist nicht nur sehr aufwendig, sieht im Resultat auch merkwürdig aus. Der beste Schnitt ist der, den man später nicht sieht.
Der Nachteil am Schnitt ist, dass er unmittelbar danach auch merkwürdig daher kommen kann. Die Pflanze ist klein und sieht „gerupft“ aus. Nicht der erste Eindruck den wir uns für Sie beim Auspacken wünschen und sicher nicht das, was Sie sich bei der Bestellung vorgestellt haben. Wie so oft, der erste Eindruck zählt! Und vielleicht gefällt die Pflanze ja auch wie sie ist? Die nötigen Informationen finden Sie hier: Heide…Ahorn…Rhodos….Azaleen…

Ahorn:

Der Schnitt von Acer palmatum ist für viele ein Buch mit sieben Siegeln von dem man besser die Finger lassen sollte. Dieser Mythos wurde lange und wohl auch sehr erfolgreich gepredigt. Grundsätzlich kann man so gut wie alle Gehölze und natürlich auch Japanische Ahorne schneiden. Es gibt natürlich Umstände und Regeln, die man beachten sollte und die teilweise auch einen Schnitt ausschließen.
Ganz allgemein kann man sagen:

  • je jünger ein Ahorn ist, desto wichtiger ist der Schnitt für einen formschönen Aufbau
  • der Schnitt sollte stets im Verhältnis zur jeweiligen Pflanze stehen
  • ein Rückschnitt im Herbst sollte vermieden werden
  • Äste möglichst früh herausschneiden bevor sie zu dick sind

Besonders in den ersten Jahren ist ein regelmäßiger Rückschnitt unverzichtbar. Mindestens ein Mal im Frühjahr greifen wir dann zur Schere und kürzen die Spitzen ein, um ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen den langen Neutrieben und dem älteren Teil der Pflanze wieder herzustellen. Gerade in diesen Jahren wachsen die meisten Sorten sehr flott in die Länge und müssen mit der Schere gebändigt werden. Sicher bringt uns eine größere Pflanze im ersten Moment mehr Geld, doch stimmt das Verhältnis zwischen Höhe, Breite, Fülle und Triebzahl der Pflanze nicht, wollen wir sie so nicht verkaufen. Passt der Grundaufbau der Pflanze nicht zum typischen Wuchs und Erscheinungsbild der Pflanze nützt die reine Größe niemandem. So kommt es vor, dass bei den wüchsigen jungen Pflanzen durchaus bis zu 2/3 des Zuwachses vom vorherigen Jahr der Schere zum „Opfer“ fallen. Je älter die Pflanze wird, desto mehr relativiert sich alles und ein Schnitt ist nur eine leichte Korrektur oder kann gänzlich entfallen. Und natürlich muss man alles genau von der jeweiligen Sorte abhängig machen. Wer alle Japanischen Ahorne über einen Kamm schert, der irrt. Jede Sorte hat ihre Eigenarten denen Beachtung geschenkt werden möchte. Jede Sorte hat ihren typischen Wuchs, ihren eigenen Charakter den man entweder gezielt mit dem Schnitt unterstützt, oder ihn vielleicht sogar in eine andere, ganz andere, Bahn lenkt wie z.B. beim Bonsai.
Der optimale Zeitpunkt für den Rückschnitt ist das Frühjahr! Wenn die Pflanze beginnt sich zu regen, die Knospen schwellen und man sieht, dass die Pflanze loslegen will – ab diesem Zeitpunkt kann der Schnitt durchgeführt werden. Der Grund ist simpel: Im Frühjahr wird der Pflanzensaft in den Leitungsbahnen von der Wurzel nach oben in die Spitzen gedrückt. Eventuelle Krankheitserreger wie Sporen haben kaum eine Chance gegen diesen Druck ins Innere der Pflanze einzudringen und sich einzunisten. Die Pflanze möchte wachsen und die Wunde verheilt schneller.
Im Herbst werden Nährstoffe und Wasser aus den Spitzen in die Wurzel gezogen, Sporen haben leichtes Spiel. Im Winter ist die Pflanze im Ruhezustand und Wunden brauchen lange zu verheilen. Sicher lässt es sich manchmal nicht umgehen, aber wer die Möglichkeit hat, sollte im Frühjahr zwischen April und Juni schneiden.
Wenn machbar, sollte es auch vermieden werden, zu starke Äste herauszunehmen. Der Schnitt im einjährigen und auch im zweijährigen Holz ist im Normalfall unproblematisch. Alles was älter ist sollte man im Verhältnis zur gesamten Pflanze sehen. Ein dreijähriger Ast einer sechs Jahre alten Pflanze ist eine Menge, dreijährig an einem Ahorn mit 30 Jahren etwas ganz anderes. Ob ein Ast zu dick ist muss man im Einzelfall und in Abhängigkeit zur Pflanze beurteilen. Muss ein recht starker Ast doch einmal weichen oder ist er durch Wind oder Schnee ausgebrochen, sollte die Wunde so sauber wie möglich geschnitten/gesägt werden und mit Wundverschluss verstrichen werden.
Wenn es jetzt immer noch Fragen zum Thema Schnitt gibt können Sie hier schauen. https://www.youtube.com/watch?v=-k-3PBgW3hg Dort hat Marc Albano vom Gartenfernsehen zusammen mit mir ein zweiteiliges Video aufgenommen. Hier wird alles zum Thema Ahornschnitt noch einmal bildlich verdeutlicht.

Rhododendron:

Ganz so einfach wie bei vielen anderen Gehölzen ist es bei den großblumigen Rhododendron nicht. Hat man aber einmal das ‚Warum und Wieso‘ verstanden, ist es auch kein Problem mehr. Wichtig ist, je kleiner die Pflanze desto wichtiger ist ein Rückschnitt für den Aufbau und den späteren Habitus. Was man früh schon an Arbeit investiert, bekommt man später um ein vielfaches wieder zurück.
Einleuchtend und gemeinhin schon weit bekannt ist das ausbrechen oder herausschneiden der abgeblühten Blütenstände. Geht es leicht kann man sie direkt über dem Blattkranz mit den Triebknospen wegbrechen. Ist man ungeübt oder die Sorte wirklich eine der ‚schwierigen‘, kann man natürlich auch mit einer Schere zu Werke gehen. Sinn und Zweck dieser Maßnahme ist es zu verhindern, dass der Rhododendron Samen bildet. Dieser Prozess ist langwierig und verbraucht viel Energie. Vitalität, die an anderer Stelle für ein gleichmäßiges Wachstum oder der Knospenbildung für das bevorstehende Jahr fehlt.
Ein richtiger Rückschnitt ist notwendig wenn die Pflanzen viel Grün bilden und länger und länger werden, dabei aber nicht unbedingt dichter. Je flotter eine Sorte in die Höhe schießt, desto eher sollte man über einen Schnitt nachdenken, der über das normale Ausbrechen der Knospen hinaus geht. Rhododendron wachsen in Intervallen. Sie machen einen Trieb und schließen oben mit einem Blattkranz und Trieb oder Blütenknospen ab. Jedes Jahr bilden sie ein oder zwei neue Triebe und werden jedes Jahr ein Stückchen größer. Das einfachste ist, sich dabei an diesen Intervallen zu orientieren, denn dicht am Trieb, geschützt vom Blatt, sitzen die neuen Triebknospen, die es zu aktivieren gilt. Sitzt oben nur ein Trieb und die Pflanze wirkt etwas zu locker, kann man sie gut und problemlos im Frühjahr bzw. nach der Blüte um einen Zuwachs zurückschneiden.

Azaleen:

Auch bei Azaleen gilt, dass die Entwicklung der Samenstände Kraft beansprucht. Die Azaleen kommen aber deutlich besser damit klar als die großblumigen Rhododendron. Dennoch sollten bei kleineren Pflanze auch verblühte Blütenständer herausgeschnitten werden, um es der Pflanze etwas einfacher zu machen. Bei den Laubabwerfenden Azaleen kann man nach der Blüte einfach mit der Rosenschere die Triebe mit den Blüten etwas der übrigen Pflanze angleichen. Oft sind die blütenlosen Zweige sehr lang und starksig. Daher kann man diese, gemessen am Maß der übrigen Triebe und dem Gesamtbild der Pflanze, einfach einkürzen.
Die Japanischen Azaleen lassen sich auch sehr einfach schneiden. Hier kann man mit der guten Gartenschere oder auch der Heckenschere die Blütenköpfe wegschneiden. Sind die Triebe unter den Blüten zu lang nach oben geschossen und stehen unschön nach oben, schneidet man diese weiter runter und passt sie auch dem Rest der Pflanze an.

Heide:

Bei der Heide ist ein regelmäßiger Schnitt im Frühjahr bzw. nach der Blüte wichtig. Egal ob Calluna oder Erica, beim Schnitt sollte man sich an der Pflanze und an der verblichenen Blüte orientieren. Grundsätzlich ist es anzuraten die alten Blütenstände wegzuschneiden; ist darunter aber nicht mehr viel Grün sollten Sie die Schere lieber etwas höher ansetzen, denn die meisten Sorten haben Probleme ohne ausreichend Grün wieder durchzutreiben.

Heuchera, Heucherella & Tiarella:

Zwar ist es kein klassischer Schnitt, aber geputzt werden sollten diese Stauden auch. Viele Sorten behalten über Winter ihr Laub und im Frühjahr sieht es oft nicht mehr so attraktiv aus. Doch nicht verzagen, denn das Frühjahr naht. Sobald man die neuen, frischen Blättchen sehen kann, darf das alte Laub weggeschnitten werden, um Platz für die frische Pracht zu schaffen.

4. Ihre Pflanzen sind bereits geschnitten

Wir waren fleißig und haben uns bereits Ihrer Pflanzen angenommen und den nötigen Rückschnitt vorgenommen. Der Nachteil: Es ist möglich, dass Ihre Pflanzen von der bestellen Größen abweichen könnten oder nicht so lang sind wie gewohnt. Wir versuchen im Normalfall die Pflanzen kräftig, und auch eher am Maximum der Größe orientiert, auszusuchen und zu versenden.
Ein weiterer Nachteil der dadurch entstehen kann ist, dass die Pflanzen merkwürdig, kahl oder dünn aussehen. Je kleiner die bestellte Pflanzen, desto eher kann das einmal zutreffen und im schlimmsten Fall enttäuschen. Der Rückschnitt soll die Pflanze schöner werden lassen als zuvor und auch wenn das im ersten Moment vielleicht noch nicht so aussieht, geben Sie den Pflanzen etwas Zeit sich zu entwickeln.

5. Ihre Pflanzen wurden umgetopft

Der Verkauf von Pflanzen ist schon lange nicht mehr so saisonal, wie er einmal gewesen ist. Früher wurden Gehölze nur in der Vegetationsruhe im Herbst und im Frühjahr gepflanzt. Musste alles aus dem Boden gestochen werden, war das auch sinnvoll, um der Pflanze Stress und Leid zu ersparen. Heutzutage gibt es Töpfe und Container, die es uns ermöglichen das ganze Jahr über gesunde Pflanzen liefern zu können. Die Verfügbarkeit ist also gesichert, nur bringt uns das in die Situation, dass Kulturarbeiten, wie das Umtopfen auch das ganze Jahr über stattfinden. Immer dann wenn es nötig ist, bekommen die Pflanzen einen größeren Topf. Das heißt auch, dass wir nicht umhin kommen, auch frischer getopfte Pflanzen zu liefern. Sind die bestellten Pflanzen gerade erst in den größeren Container gekommen, setzen wir sie zurück in den alten, kleineren Topf. Sind die Wurzeln schon munter in das neue Substrat eingewachsen und ein erneutes herausnehmen würde mehr schaden, als ein lockern durch den Transport, belassen wir es so, wie es ist. Nicht ganz natürlich, denn in dem Fall versuchen wir den lockeren Wurzelballen mit Hilfe von Zeitungspapier, Tüte und Gummibändern im Topf zu sichern. Das funktioniert recht gut, aber leider nicht immer absolut, wodurch loses Substrat im Karton nicht ausgeschlossen werden kann. In jedem Fall aber, sollte unter der lockeren, äußeren Schicht der alte, feste Topfballen sein, der die Versorgung der Pflanze sichert und dies sogar wenn sich tatsächlich mal etwas mehr Substrat im Topf lockert.

6. Ihre Pflanzen standen im Folientunnel

Um ein gutes Wachstum zu erreichen, ist der Folientunnel ein Werkzeug das überall auf der Welt Anwendung findet. Auch wir ziehen Jungpflanzen oder auch die Japanischen Ahorne bis zu einer bestimmten Größe im Folientunnel auf. Die Wärme des Tunnels kombiniert mit ausreichend Wasser und Dünger sorgen für ein optimales Wachstum der Pflanzen. Dabei ist es wichtig das gesunde Maß zu finden und es nicht zu übertreiben. Wir düngen unsere Pflanzen mäßig, um nicht am anderen Ende die Widerstandsfähigkeit einzubüßen.

Kommen die Pflanzen aus dem Folientunnel, holt man sie aus einer geschützten Umgebung – Aufwendig umsorgt und gekümmert, wer würde sich da gleich so ohne weiteres umstellen? Unter der Folie im Tunnel stehen die Pflanzen geschützt vor einem Teil der Sonnenstrahlen und Wind, aber wärmer als draußen und sind somit auch ein paar Tage bis zu etwa 2 Wochen in der Entwicklungen den Pflanzen im Freien voraus. Ein Umgewöhnen an die Gegebenheiten draußen ist möglich, aber es empfiehlt sich Vorsicht walten zu lassen. Sind die Blätter frisch und fragil ist die Verträglichkeit für besonders heiße Sommertage eingeschränkt. Sie verträgt es draußen zu sein, nur hält sich die Begeisterung für meteorologische Extreme zu Beginn sehr in Grenzen. Wer kann es ihr verübeln? Daher geben wir folgende Tipps mit auf den Weg:

  • Wenn man die Möglichkeit hat, sollte man die Pflanze langsam an den neuen Platz gewöhnen.
  • An heißen Tagen lieber einmal öfter schauen ob der Boden und auch das Substrat des ursprünglichen Ballens noch feucht sind.
  • Stehen besonders heiße Tage an, sollte die Pflanze vielleicht etwas schattiert werden.
  • sind Blätter verbrannt und braun, ist das nicht das Ende der gesamten Pflanze, sondern dann ist es schlicht Sonnenbrand.

7. Die gelieferten Pflanzen sind balliert

Um die bestellten Pflanzen sicher zu Ihnen nach Hause zu liefern müssen nicht nur die oberirdischen Äste und Zweiglein sicher verpackt werden, auch die Wurzeln sind wichtig. Ohne sie geht nun einmal nichts! Die sogenannten Ballenpflanzen stehen vor dem Versand noch auf dem Acker und werden mit dem Spaten und der Maschine gestochen. Der Ballen ist angepasst an die Pflanzengröße und sicher für den Transport in ein Ballenleinen gehüllt. Sind es größere und schwerere Solitärpflanzen ist darüber ein Drahtgeflecht , dass zusätzlich vor Schäden schützen soll. Es hält den Ballen noch einmal fester und soll wie das Ballentuch auch verhindern, dass die Wurzeln in der Erde losreißen.
Haben Sie solch eine Ballenpflanze vor sich, nicht verzagen, denn die Handhabung ist ganz einfach und soll auch zu Ihrem Vorteil sein. Ist das Loch gegraben und sitzt der Ballen an seinem Platz einfach das Drahtgeflecht und das Ballentuch oben aufschneiden und etwas zur Seite drücken, sodass später Beides unter der Erde verschwindet. Der Draht und auch das Tuch werden im Boden verrotten und die Pflanze wird nicht negativ beeinflusst. Ganz entfernt werden sollte es nach Möglichkeit nicht, da durch das Ziehen und Zerren der Ballen wieder zusätzlich bewegt wird und die Wurzeln dadurch Schaden nehmen können.
Keine Regel ohne Ausnahme: Wir verschicken auch einen Teil unserer Containerpflanzen mit Ballentuch und einige Gehölze ohne. Ohne Tuch kommen oft Rhododendron und Azaleen aus, die schon von sich aus ein sehr feines Wurzelgeflecht haben und somit nicht unbedingt auf ein Tuch angewiesen sind. Manchmal ballieren wir unsere Gehölze, die zuvor im Container gestanden haben. Dies lässt sich oft an der Form des Ballens oder der Erde, dem Containersubstrat, erkennen in dem Sie herangezogen worden sind. Diese werden von uns balliert wenn wir der Meinung sind, es entsteht der Pflanze kein Nachteil. Raus aus dem Container in den Garten oder in den Kübel müssen sie früher oder später eh. Wir sorgen dafür, dass die Container in unserem Betrieb wieder Verwendung für neue Gehölze finden. Das schont allen Ressourcen und Ihnen erspart es die Entsorgung sperriger Großcontainer.